Helmuth Duholm / DEN

Geb. 29. Juni 1926 auf Langeland


Sein Interesse für die Leichtathletik wurde Ende der 30'er Jahre geweckt, als sein Vater das Buch von den Olympischen Spielen 1936 mit nach Hause gebracht hatte.

Einen Sportverein, in dem diese Sportart betrieben wurde, gab es allerdings im Heimatort nicht. "Not" macht erfinderisch - also wurden die Sprints auf der kleinen Straße, in der sein Elterhaus stand, durchgeführt. Eine Sprunggrube für den Weitsprung wurde im hinteren Teil des Gartens umgegraben - das waren die Anfänge.

Diesen Weg, zusammen mit der Leichtathletik, hat er bis heute beibehalten - über 70 Jahre lang.

Bedingt durch den zweiten Weltkrieg wurde die Familie Duholm aufgeteilt. Die Eltern bekamen 1941 Arbeit in Rostock (bei Heinkel), und Helmuth zog zu den Großeltern nach Apenrade, Nordschleswig.

Er beendete 1941/42 seine Realschule und wurde Mitglied von AABENRAA STATSSKOLES ATLETIKKLUB.

Im August 1942 zog er nach Warnemünde (Deutschland) und wohnte dort mit den Eltern zusammen. Hier wurde er Mitglied beim VfL Warnemünde; er erinnert sich, dass sein damaliger Trainer Ernst Groothuis hieß.

Gleichzeitig begann er bei Siemens & Schuckert eine Lehre als Elektromechaniker - 1945, als die Russen kamen, flüchteten seine Eltern nach Gedser, so dass er seine Lehre nicht beenden konnte.

In Dänemark kam er zunächst nach Hadersleben, wo er sich dem Sportverein HIF anschloss. Zu dieser Zeit war er so langsam, dass selbst die schnellen Frauen in HIF ihn über 100 m schlugen.


Auf Grund eines Unfall musste er nochmals die Lehre unterbrechen. Darauf zog er nach Apenrade (AABENRAA), um eine neue Lehre im Eisen und Stahlgeschäft zu beginnen - auch seine Leichtathletik durfte nicht fehlen, so dass er Mitglied beim AAIG wurde.

In dieser Zeit, den Nachkriegsjahren, entwickelte er sich zum Mehrkämpfer und wurde 1947, 48 und 49 je einmal dritter, zweiter im Fünfkampf und einmal sogar Meister von Jütland, bevor es weiter nach Kopenhagen ging.

Hier trat er zunächst dem Sportverein KIK bei (Klampenborg). Nachdem sein Trainer, der Norweger Adler Haugland, nach Sparta Kopenhagen wechselte, folgte er ihm. Seither, also 58 Jahre lang, ist er dort Mitglied!!

Sein sportlich erfolgreichstes Jahr hatte er 1953, als er sowohl im Fünfkampf als auch im Zehnkampf Dänischer Meister wurde. Zudem wurde er mit der 4x100 m-Staffel Meister und gewann mit der 4x400m-Staffel noch die Silbermedaille - während dieser Zeit hatte er sich im Sprint wesentlich verbessert (11.3 Sek.).

Für Sparta stand er 100mal in ununterbrochener Reihenfolge in der Klubmannschaft, ein Rekord, der auch heute noch Bestand hat. Während dieser Zeit hat er bei den Dänischen Meisterschaften mehrere Silber- und Bronzemedaillen gewonnen; unter anderem auch eine Bronzemedaille in Dreisprung. Es zeichnete ihn immer aus, wieder etwas neues auszuprobieren - neue Wege zu gehen.

Ende der 50'er Jahre ging er wieder neue Wege - er machte sich allmählich mit dem Krafttraining vertraut. Gleichzeitig begann er mit dem Diskuswerfen.

Als 36 Jähriger warf er 1962 43.79m, und verbesserte sich mit 40 Jahren zunächst auf 44.33 m - damit stand er an 7. Stelle in der dänischen Bestenliste. Mit 41 Jahren verbesserte er sich nochmals auf persönliche Bestleistung von 46.67m und belegte damit in Dänemark den 5. Platz. Selbst mit 49 war er noch unter den 10 Besten. Das Diskuswerfen ist somit zu seiner Lieblings-Disziplin geworden - mit 50 Jahren warf er mit der 2,0kg-Scheibe noch 45.49m.

1977 startete er zum ersten Mal bei den Veteranen-Weltmeisterschaften in Göteborg und gewann im Diskuswurf mit 47.00m (1.5 kg) seine erste Goldmedaille. Seine PB in diesem Jahr mit dem etwas leichteren 1,5kg-Diskus betrug 52.90m.

Danach hatte ihn die Leichtathletik fest im Griff, und er wurde zum Weltenbummler - es folgten die Weltmeisterschaften in Deutschland (1979), Neuseeland (1981), Puerto Rico (!983), Australien (1987), USA (1989), Finnland (1991) und Japan (1993) u.a. 1979 gab es in Hannover Bronze, alle darauffolgenden Leistungen kann man der folgenden Tabelle entnehmen.

Insgesamt hat er bis heute 4-6-1 im Diskus, 2-4-2 im Hammer und 2-1-1 im Werferfünfkampf gewonnen.

Nach Abschluss der WM 1987 in Melbourne, nahm er erstmalig auch am nicht offiziellen Werferfünfkampf teil - hinter dem Schweden Rolf Strandli belegte er Platz 2.

Seine PB mit dem 1.5kg-Diskus liegt bei 52.90m und mit dem 1,0kg-Diskus erreichte er 54.23m (1987). Mit 56 Jahren schaffte er mit der 2kg-Scheibe zum letzten Mal die 40m-Grenze - einfach fantastisch.

2007 gewann er (vorläufig?!) seine letzte WM. Privat lebt er allein in seinem Elternhaus. Das Wesentliche aber: Er fühlt sich wohl und ist fit, und das verdankt er der Leichtathletik. Sie erhält ihn jung, so dass er immer noch 3mal pro Woche trainieren kann.

29. Juni 2011 wird Helmuth 85 Jahre "jung" - im Herzen und im Kopf ist er ewig jung geblieben. Deswegen wird zur Zeit bereits darüber gesprochen, ob es zur nächsten WM nach Sacramento/USA gehen soll. Möglicherweise ist er 2007 nicht zum letzten Mal Weltmeister geworden?

Beruflich war er mehr als 25 Jahre Abteilungsleiter bei der DEMAG-Vertretung in Dänemark.

Heinrich Villy Duholm